Datenschutz – Ein ausblendbares Problem.

Kaum ein Thema wird so oft debattiert wie der Datenschutz und kaum ein Thema ist so schnell im Alltag wieder verdrängt. Schließlich gehört einer vernetzten Welt gehört das Datensammeln dazu – Kunden können besser bedient werden, Marketinganalysen werden einfacher und auch Virtual Reality Spiele wie Pokemon-Go sind möglich.
Offensichtlich bringt das Auswerten von Daten enorme Vorteile mit sich, die ich als Kind des neuen Zeitalters genieße. Doch spätestens seit der Lektüre von: „Wem gehört die Zukunft?“, hat sich bei mir ein ebenso kritisches Denken gegenüber der unbegrenzten Datenauswertung eingestellt.

Kostenlos heißt im Web meist: Du zahlst mit deinen Daten.

Vor ein paar Wochen sorgte wieder mal ein Kettenbrief auf Facebook für Aufsehen – auch viele meiner Freunde teilten ihn. Die Angst vor dem Kontrollverlust ihrer Daten ist also unterbewusst vorhanden, wird jedoch im Alltag verdrängt. Heute ist es normal auf Facebook zu sein, jemandem auf WhatsApp zu schreiben oder ein Foto auf Instagram zu teilen. Eins haben alle Unternehmen gemeinsam, sie finanzieren sich durch die Verarbeitung unserer Daten. Ansonsten wäre das Modell nicht als Kostenlos umsetzbar und schon längst verschwunden.

Datenschutz: Ortung per GPS

Was ist bedenklich bei der Auswertung von Daten?

Jede Technologie kann sowohl positiv als auch negativ genutzt werden. Viele Dystopiefilme, Romane oder Artikel beschäftigen sich mit dem Thema der totalen Überwachung. Sicherheit ist ohne Zweifel ein kostbares Gut, aber was ist, wenn die Überwachung in die falschen Hände fällt?

Wenn irgendwann all‘ unsere sensiblen Daten in einem persönlichen Profil gespeichert werden, kann ein virtuelles Abbild unserer Persönlichkeit, sowie unserer Aufenthaltsorte geschaffen werden. Wir sind trackbar und verlieren unsere Anonymität. Und wenn wir jetzt in Richtung eines beliebten europäischen Urlaubziels schielen – dann sehen wir erste Auswirkungen des Regierungsgegnerdaten-Gebrauchs.

Unterdessen erfreuen wir uns in Europa an Pokemon-Go. Ich kann den Hype verstehen, aber ich spiele es nicht. Obschon ich mir sicher bin, dass es Spaß macht und Menschen dazu bringt wieder raus zu gehen. Denn so viel ich im Netz auch von mir freigebe, ist mir mein Standort zu privat um ihn Niantic Labs und Google mitzuteilen. Aktuell können die Unternehmen zwar noch nicht viel damit anfangen, aber in Zukunft wird die Standortverfolgung für die Werbeindustrie zu einem größeren Thema werden. Denn Nutzern kann, abhängig von der Lokalität, ein Angebot gemacht werden. Erste Versuche gibt es heutzutage in Geschäften mit sogenannten Beacons – welche Kunden, bei aktiviertem Bluetooth und installierter App, Angebote in verschiedenen Geschäftsabteilungen durch Ortung unterbreiten können.


Mein Fazit zum Thema Datenschutz

Datensammlung ist für mich vollkommen legitim, hört jedoch bei der Auswertung des genauen Nutzerstandortes und der Analyse von Audio via Smartphone auf. Denn ab diesem Punkt halte ich die Information für zu sensibel, da sie schnell missbraucht werden kann. Es gibt neben GPS, zahlreiche andere Möglichkeiten um an diesen zu gelangen, aber ich werde dem Thema RFID-Chip einen gesonderten Artikel widmen.

Nun interessiert es mich, wie steht ihr zum Thema Datenschutz? Beschäftigt ihr euch mit dem Thema oder haltet es für zu kompliziert und vergesst es erfolgreich?

 

8 Comments

  1. Hallo Sabrina,

    ich gebe Dir vollkommen Recht, ein gewisses Maß lässt man sich gefallen, aber das gesamte Ausspähen und Auswerten, finde ich erschreckend. In FB und Co. versuche ich mich wenig aufzuhalten, weil ich mag FB eigentlich nicht, aber leider sind die Leser da und man muss dadurch Präsent sein !

    VG und einen schönen Abend
    Katrin

    1. Sabrina sagt:

      Ja, Facebook ist zu einem gewissen Maß heutzutage nötig um an der Gesellschaft teilzunehmen und als Blogger sowieso.

  2. Ein wirklich guter Artikel zu einem extrem wichtigen Thema! Datenschutz wird leider immer noch unterschätzt. Ich selbst spiele das Spiel auch nicht und möchte nicht das alle meine Daten verfolgen können. Deshalb versuche ich auch so viele Dienste wie möglich selbst zu machen.
    Finde es immer schrecklich mit welcher Mentalität die Leute damit umgehen. Der Satz
    „Ich habe doch nichts zu verbergen“ regt mich immer besonders auf.
    Meist sind es die gleichen Leute die direkt sauer werden wenn man denen beim Whatsapp schreiben mal zusieht.

    1. Sabrina sagt:

      Ich kann diesen Satz auch nicht leiden. Ja man sollte sich immer bewusst sein, worauf man sich einlässt.

  3. Andreas sagt:

    Ich würde noch gerne ergänzen, dass Datenschutz nicht nur ein individuelles Problem ist, sondern auch ein gesellschaftliches.

    Wer viele Daten sammelt, kann damit viele Leute ein bisschen manipulieren. Eine Plattform wie Facebook ist ja auch eine große Konditionierungsmaschine, die bestimmtes Verhalten belohnt. Damit lassen sich keine riesigen Veränderungen erzeugen, aber viele kleine bei vielen Menschen können auch einiges bewirken.

    Ein Beispiel: Facebook arbeitet gezielt daran, dass die User im Schnitt immer mehr Zeit auf der Plattform verbringen. Seit den Anfängen hat sich die durchschnittliche Besuchszeit pro User stark erhöht. Aber was würden die Menschen machen, wären sie täglich nicht zwei Stunden auf Facebook? Welches kreative Potential geht da verloren, wie viel unmittelbare Kommunikation findet nicht statt? Sowas prägt doch eine Gesellschaft.

    1. Sabrina sagt:

      Hallo Andreas,

      vielen Dank für deine Sichtweise. Ich sehe das genauso, es ist ein Gesellschaftliches Problem und die Datenmasse führt in der Tat zu eine besseren Manipulation des Nutzers. Sie würden vermutlich mehr in der realen Welt unternehmen oder sich mit anderen Dingen beschäftigen. Ich finde soziale Netzwerke haben sowohl positive als auch viele negative Effekte.

  4. bknicole sagt:

    Ich bin mir definitiv immer bewusst, dass über Facebook, Instagram, Whats app und co fleißig Daten gesammelt werden. Das lässt sich auch einfach nur schwer vermeiden, für mich ist gerade Whats app für die Uni ernorm wichtig, genauso wie Facebook. Dort läuft vieles der Kommunikation ab, sprich innerhalb von Referatsgruppen oder auch bezüglich kommender Prüfungen, somit kann ich da gerade schwer drauf verzichten. Wo ich haber nicht mitmache ist Pokemon Go, mag zwar lustig sein, aber was Gps angeht bin ich sehr vorsichtig und habe das immer ausgeschalten und gebe auch sonst bei keiner App meine Standort Daten preis. Auf Instagram und in Facebook werden auch keine Orte genannt. Ich möchte einfach nicht, dass man da ein Profil von mir erstellen könnte.

    Danke auch für dein liebes Kommentar.
    Das freut mich sehr zu hören, würde mich natürlich freuen, wenn du mitdabei wärst. Grundtypen der Angst hört sich aber auch sehr interessant an.

    1. Sabrina sagt:

      So sehe ich das ebenfalls, es lässt sich nicht vermeiden weil die Kommunikation sich dort hin verlagert hat. Aber ich bin mir dessen immer bewusst.

      Ortung ist eine Sache die ich persönlich für zu gefährlich ansehe. Und zwar nicht jetzt, sondern eher gefährlicher für die Zukunft. Ich sehe einige Entwicklungen im Bereich des Technologischen verknüpft mit Entwicklungen der Gesellschaft, die mir extreme Kopfschmerzen bereiten. Natürlich renn‘ ich jetzt nicht sorgenvoll durch die Gegend aber das Bewusstsein ist dazu einfach da.

      Ich versuche mir etwas Zeit zu nehmen und nen Artikel zu Schreiben :).

Leave a Reply

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen