Kolumne: Was Mode für mich bedeutet.

„Glatt – seidig weich, schmiegt sich der Stoff in meiner Hand. Die Naht verrät: Hier wurde bei der Verarbeitung nicht gespart. Der Schnitt ist sauber und das Kleid – sitzt perfekt.“

Leider ist diese Traumvorstellung in Realität oftmals nicht der Fall. Bis zum dritten Waschgang sieht das geliebte Kleidungsstück super aus – doch plötzlich ist die Naht verzerrt. Das passiert, wenn beim Schnitt gespart wurde. Neben verzerrten Nähten, können viele Frauen ein Lied vom schlechten Kleidungssitz singen. Manchmal könnte man meinen versehentlich einen Kartoffelsack angezogen zu haben, ein anderes Mal sind die Ärmel zu eng oder das Bein zu lang.

Mode – eine Industrie, welche niemals stillsteht. Eine Industrie mit Milliardenverdienst. Wir alle kurbeln sie an, jede Saison ziehen neue Lieblingsstücke in unseren Schrank. Lebensdauer unbekannt. Doch jedes Jahr schwinden unsere Ressourcen mehr und mehr.

Ist Nachhaltigkeit in der Mode von Bedeutung?

Scheinbar nicht. Mode ist ein Wegwerfgut. Zwar gibt es nachhaltige Modelabels, aber wer möchte sie sich leisten? Produzieren sie überhaupt das was meinem Stil entspricht?

Ich muss zugeben: Nachhaltigkeit ist mir wichtig, genauso wie Langlebigkeit. Doch bisher hat mich zu meinem Bedauern kein gefundenes nachhaltiges Label überzeugt*. Mode ist für mich eine Investition. Schließlich will ich die nächsten Jahre mit einem Kleidungsstück verbringen und dazu muss es mich optisch, als auch qualitativ überzeugen.

Was fehlt mir?

Die Weiblichkeit in den Schnitten, die Details, die Komposition im Gesamten. Alles wirkt reduziert, minimalistisch und manchmal wirkt das Ganze an mir wie ein Sack. Ich bin keine Frau mit vielen Kurven, aber ich möchte die, welche ich habe, nicht auch noch verstecken. Also egal ob kurvig oder schmal, überzeugt uns Kunden!
 



*Zu meinem sehr großen Bedauern, ich wünschte es wäre nicht so. Meine momentane Alternative ist: Selbst nähen. Doch leider fehlt mir neben dem Studium und der Arbeit die Zeit.
Ich weiß, welche Arbeit hinter dem Kleidungsstück steckt und ich verehre jedes Label, jede Näherin welche das jeden Tag durchzieht. Egal ob mir die Kollektion gefällt oder nicht – meine Hochachtung!
  

Was bedeutet Mode für euch und habt ihr ein nachhaltiges Lieblingslabel? — Sabrina



 

4 Comments

  1. Sabrina sagt:

    Hallo Sabrina, hier ebenfalls Sabrina 😉

    Mich würde interessieren, welche nachhaltigen Modelabels du kennst, dessen Teile dir deiner Meinung nach nicht gut stehen?

    LG Sabrina

    1. Sabrina sagt:

      Gestern habe ich ein Shirt von Revive (denke in Deutschland ist das Unterlabel unbekannt) probiert, was mich enttäuschte. Das Shirt war von der Stoffqualität einfach schlecht und es sitzte wie ein Sack.
      Ich kenne aus Deutschland Lanius, Grüne Erde People Tree, hessnatur… Alle haben die Basicteile, doch bei allen vermisse ich die Details. Soetwas wie Abnäher, Falten und ein wenig Abwechselung. Ich bin großer Fan der modischen Entwicklungen Anfang bis Mitten des letzten Jahrhunderts.
      Viele beachten den aktuellen Oversize Trend, leider gehe ich in solchen Schnitten unter.
      Bei mir ist es bei allen mir bekannten Labels ähnlich wie bei Christiane, natürlich sehen viele Basics gut aus. Aber es überzeugt mich z.B. nicht 60 Euro in ein gerade geschnittenes T-Shirt zu investieren, das ich zu Hause, in wenig Zeit, selbst nähen könnte. Interessant wären für mich Labels, die neben den Basics, auch andere Wege gehen. Wege in Richtung Mode für verschiedene Typen und Figuren. Leider habe ich so ein Label noch nicht gefundem. Und ich könnte mir vorstellen, das viele auf der Suche danach sind und von nachhaltiger Mode überzeugen würde.

      Aus Interesse welche Label kennst du denn? Ich bin mir sicher, ich habe noch nicht alle Onlineshops durch. 🙂

  2. Christiane sagt:

    Ich kann das gut nachvollziehen.
    Bei Fairtrade und Nachhaltigen Klamotten denke ich mir auch oft: Okay,… und jetzt vielleicht noch in Hübsch.
    Obwohl ich war in Hamburg mal in einen solchen Modeladen und die hatten doch schon hübsche Sachen. Das Problem war: Es fühlte sich 1 zu 1 wie H&M an. Und deswegen war ich nicht bereit 40 Euro für ein Shirt zu zahlen XD

  3. Ich finde es gut, dass du dir Gedanken zu dem Thema machst. Viele kaufen ja auch einfach immer neue Klamotten und machen sich dabei über Dinge wie Nachhaltigkeit keine Gedanken. Bei mir in der Stadt gibt es einen Laden, bei dem man seine alten Sachen (gewaschen und heile) abgeben kann und sich jedesmal wenn man vorbeikommt drei Kleidungsstücke mitnehmen darf. So muss nichts neues produziert werden und da der Laden sehr zentral gelegen ist gibt es viele verschiedene Kleidungsstile 🙂
    Lg scarlet von scarletthered.blogspot.com

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