Vorurteile – Der Andere und ich

Braun-Grüne Augen, lächelnd und doch ernst. Das Tor zur Seele des Menschen. Ausdruck eines Charakters, welcher im Inneren schlummert. Oberflächlich erahnbar, selten vollkommen einschätzbar. Wir Menschen sind Herdentiere, wir lieben instinktiv die Gewohnheit und scheuen das Fremde. Egal ob es sich bei dem Fremden um lebensverändernde Ereignisse, herausstechende Charaktereigenschaften oder Hautfarben handelt. Dieses Misstrauen ist normal – nur nicht immer berechtigt.

In meinem Leben stand ich, wie viele, schon auf beiden Seiten. Mal wurde ich akzeptiert und mal ausgestoßen. Das ist der Lauf der Dinge, doch ich habe eine Sache gelernt:

„Verurteile niemanden – jeder hat einen Grund für sein Verhalten.“

Das Leben der Anderen

Einfach nur dazu gehören – ist ein Wunsch, den viele Außenseiter haben. Denn Gruppen geben uns Halt, Bestätigung und Trost. Wir sind nicht alleine, sondern stehen zusammen.

Wir sind auf Dauer nicht für Isolation gemacht. Traurigstes Beispiel sind die Selbstmordraten von Mobbingopfern oder auch die Radikalisierung von Menschen. Zugegeben beides sind Extreme. Die eine Seite zeigt Stagnation – die Andere Verzweiflung. Ansonsten ließe sich der Wahlerfolg mancher Parteien nicht nachvollziehen.

Akzeptanz und ihre Auswirkungen

Natürlich ist die Welt weder schwarz noch weiß. Gesellschaftliche Isolation ist längst nicht der einzige Grund für diese Handlungen. Aber dennoch spielt der Faktor Gemeinschaftszugehörigkeit eine wichtige Rolle in unserem Gesellschaftsverhalten.

Würden Menschen ohne Ausgrenzung anders handeln?

Ich denke viele werden irgendwann die Erfahrung im Großen oder Kleinen gemacht haben: Ausgrenzung tut weh. Jede weitere Erfahrung nagt am Selbstwert der Person und beeinflusst irgendwann Lebensentscheidungen.

Vorurteile spielen dabei eine zentrale Bedeutung, denn oftmals stimmt unser oberflächlich gezeichnetes Bild – nicht mit dem Inneren eines Menschen überein. Doch manche Menschen will man nicht in seine Komfortzone lassen und das müssen wir nicht. Dennoch verdient jedes Wesen den gleichen freundlichen Umgang, wie jeder andere auch. Schließlich werden wir selbst auch nicht gerne in Schubladen gesteckt.

Wie lege ich unnötige Vorteile ab?

Meine Methode um Vorteile abzulegen ist: Vollkommene Akzeptanz. Klingt auf den ersten Blick unlogisch. doch man muss nicht jeden Menschen lieben um ihn zu akzeptieren. Ich akzeptiere den Menschen als Person, genauso ein Komplettpaket mit Stärken und Schwächen – wie ich.

Gehe offen auf den Menschen zu, lerne ihn kennen und seh den Menschen hinter der Fassade.

Wenn der negative Eindruck überwiegt, dann kann man sich immer noch von der Person fernhalten. Doch meistens deckt der oberflächliche Eindruck sich nicht. Und ganz ehrlich: Was haben wir zu verlieren, wenn wir vorurteilsbewusst handeln?

 



In den kommenden Tagen wird ebenfalls ein Artikel zum Thema: „Wie geht man selbst am besten mit Vorurteilen um?“, erscheinen.
Ich würde dazu gerne eure Erfahrungen zum Thema mit einfließen lassen und würde mich freuen wenn ihr mir in einem Kommentar verratet wie ihr damit umgeht.
  

Wie geht ihr mit Vorurteilen um? — Sabrina



 

7 Comments

  1. Claudia sagt:

    „vorurteilsbewusst“ ist ein schöner Begriff, denn wenn man ganz ehrlich zu sich selbst ist, findet bestimmt jeder irgendeine Situation, in der er einen vorurteilsbehaftete Gedanke hatte, denn das ist nur menschlich. Das Entscheidende ist, dieses Denken zu bemerken und zu hinterfragen. Wenn man das tut, kann man die Vorurteile nämlich auch bewusst abbauen und lernen, andere zu akzeptieren, ohne sie gleich in eine Schublade ordnen zu wollen, eben als ganzer, eigenständiger Mensch.

    1. Sabrina sagt:

      Vielen Dank für deinen Kommentar :).
      Ja, ich denke jeder hat Vorurteile. Aber das wichtigste ist, wie du sagtest, sie zu bemerken und zu Handeln.

  2. Christiane sagt:

    Das Vorurteilen ist ja Menschgegeben. Ich würde es auch nicht ablegen wollen, weil es letztendlich früher zum Überleben wichtig war. Natürlich ist es mittlerweile dafür nicht mehr notwendig – aber dennoch habe ich akzeptiert, dass es zum Mensch sein dazu gehört.
    Was ich halt angefangen hab zu lernen ist – wie Claudia schon sagte: Es zu hinterfragen!
    Ich stell mir deswegen Menschen als Mosaik-Bild vor, wie ein Puzzel sozusagen und das puzzel ich mir dann zusammen, bis ich etwas besser beschreiben kann, wie der Mensch ist. Dadurch verschiebe ich die Menschen von Schublade, zu Schublade, hin und her und wieder zurück und wenn sie da nicht passen oder nirgends passen, gibt es eine neue Schublade.
    Ich habe halt für mich realisiert, dass es manche Vorurteile und Klischee gibt, die stimmen und manche halt nicht 🙂

    1. Sabrina sagt:

      Vielen Dank 🙂 – dein Schubladen Beispiel hört sich interessant an. Bei mir ist es eher ein weißes Blatt Papier und es wird nach und nach mit den Handlungen der Person gefüllt. Je nachdem was am Ende das Bild ist, lasse ich die Person „näher an mich ran“ oder halte Distanz.

  3. Dark Owl sagt:

    Ich habe lange lange angefangen, zu lernen, Vorurteile abzubauen und zu lernen. Dadurch bin ich viel befreiter und sehe Menschen auf andere Art und Weise. Es fiel mir nicht schwer, da ich Schubladen über alles hasse und es mich nicht nur wütend macht, wenn man Vorurteile hegt. Für mich ist es ein Graus und es wird mit zeit zu Zeit immer normaler ohne Vorurteile zu Leben.

    1. Sabrina sagt:

      Ja das stimmt 🙂

  4. Sven Mieke sagt:

    Dein Blog ist einer der Wenigen in meiner Favoritenliste. Ich mag deinen Stil. Unkonform ist auch ein perfekt gewählter Titel – schön, das du dir treu bleibst!

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