Bioplastik – Welche Alternativen gibt es?

Nachhaltige Verpackungen werden zukünftig einen wachsenden Stellenwert in unserer Gesellschaft einnehmen. Spätestens 2050, wenn das Rohöl zur Neige geht, brauchen wir neue Alternativen. Eine Antwort darauf ist: Biokunststoff. Diese Polymere bestehen aus nachwachsenden Materialien, welche aber nicht zwangsweise biologisch abbaubar sind. Unterschieden wird zwischen pflanzlichem, tierischem und mikroorganischem Plastik.

4 Alternativen zu herkömmlichen Plastik

Disteln

Distelöl

In Sardinen werden auf kargen Flächen Disteln gepflanzt um Kunststoff für Tüten zu gewinnen. Diese Pflanzen benötigen keine Bewässerung und beugen zusätzlich Bodenerosion vor. Zudem benutzen die Italiener die abbaubaren Tüten als Müllsäcke für Kompost und bekommen im Gegenzug kostenlos Erde.

Milch

Polymilchsäure

Dieser Stoff wird aus Milch gewonnen, welche erhitzt und unter Zugabe von Essig sich in eine formbare Masse verwandelt. Diese Methode stammt aus dem Jahre 1932 und diente bis zum Zweiten Weltkrieg zur Knopfherstellung.

Holz

Arboform aus Lignin

Das „flüssiges Holz“ wird aus Abfallstoffen der Holz- und Papierindustrie produziert. Nach einer Reinigung werden Naturfasern beigemischt und anschließend wird es gepresst.

Krabben

Chitin

Dieser Rohstoff wird aus Krabbenresten gewonnen. Er bildet nach der Behandlung mit einer Essiglösung, sowie Zugabe von Proteinen und Rohseide eine formbare Masse.



Zurzeit setzt sich der Bioplastiktrend erst langsam durch. Der Grund sind die hohen Herstellungskosten für die auf dem europäischen Markt nur wenige bereit sind mehr zu zahlen. Doch spätestens wenn Rohöl im Vergleich teurer ist, sind die Hersteller gezwungen darauf umzusteigen. Ebenfalls ein richtiger Schritt in die Richtung ist das europäische Verbot von kostenlosen Plastiktüten ab 2018.

 



Das waren natürlich nicht alle Alternativen.
Mehr Infos zur Bioplastik findet ihr hier:

Packende neue Verpackungsideen
Umweltbundesamt: Biologisch abbaubarere Kunststoffe
Kunststoff aus flüssigem Holz

Was denkt ihr zum Thema? Würdet ihr mehr für nachhaltigen Plastik zahlen?

- Sabrina / Bloggerin


3 Comments

  1. Von Berufs wegen bin ich ganz fasziniert von den Möglichkeiten von BIokunststoffen aus nachwachsenden Rohstoffen. Über Polymilchsäure habe ich deshalb auch selbst aus Chemikersicht gebloggt: http://www.keinsteins-kiste.ch/begegnung-mit-polylactid-kompost-statt-muellberg-dank-abbaubarem-bio-kunststoff/

    In den vereinigten Staaten bin ich in einer Cafeteria gelandet, die ihr gesamtes Plastikgeschirr aus Polymilchsäure herstellt und eigens zur Kompostierung zurücknimmt. Letztere funktioniert nämlich nur unter ausgewählten Bedingungen in speziellen Kompostieranlagen – oder im menschlichen Körper. Milchsäure, bzw. ihre Salze, die Lactate, sind nämlich allgegenwärtiger Bestandteil des menschlichen Organismus, sodass sich Polymilchsäure auch als Material für resorbierbares (vom Körper „verschluckbares“) Garn in der Chirurgie eignet.

    Und die Herstellung des Kunststoffs aus Milchsäure (einer ungiftigen, öligen Flüssigkeit) ist so einfach, dass ich sie im letzten Herbst selbst ausprobieren und als Schülerversuch am Gymnasium durchführen lassen konnte.

    Alles in allem sind Biokunststoffe ein absolut spannendes Feld, auf dem die Chemie einmal mit Nützlichkeit glänzen kann anstatt in Verruf zu geraten, und ich bin nun um so neugieriger, was sich hinter deinen anderen drei Biokunststoff-Kandidaten im Detail verbirgt :).

    Liebe Grüsse,
    Kathi Keinstein

    1. Sabrina sagt:

      Finde es super das es sich langsam dursetzt, wusste noch gar nicht das sich Polymilchsäurekunststoffe wieder zersetzen können.

  2. Aber eben nur unter den passenden Bedingungen…deswegen auch Polymilchsäure-Kunststoffe nicht einfach in die Gegend pfeffern – die gehöre in eine passende Kompostier-Anlage!

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